Finde deinen Sinn im Leben:

Viele vor mir haben sich schon damit beschäftigt und keine perfekte Antwort gefunden. Und auch ich werde dir diese nicht offenbaren können. Denn es gibt vermutlich keine einheitliche Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Aber ich versuche dich heranzuführen, an das, was dich ausmacht und damit auch an deinen Sinn im Leben. Eine Frage ist dabei wohl bedeutender als alles andere: Die Frage nach dem Warum. Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe? Habe ich eine Berufung und gibt es sowas überhaupt?

Das sind alles Fragen, auf die wir gerne eine klare Antwort hätten. Die Wahrheit ist aber, es gibt keinen allgemeingültigen Auftrag und kein öffentliches Amt, das dir sagt: “Tu das! Dies ist deine Berufung!“ Es gibt zwar einige Religionen oder spirituelle Lehren, die das für sich beanspruchen und dem einzelnen durchaus Leitpunkte und Eckpfeiler auf seiner Suche bieten können. Wie sehr dies aber der Wahrheit entspricht, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich, glaube an eine höhere Intelligenz und teilweise an Schicksal, bin aber offen eingestellt und Freigeist, was Religionen angeht. Ich fühle, dass es nicht richtig für mich ist, mich einer Religion zuzuordnen und alles andere als falsch zu betiteln. Du hast in deinem Glauben vielleicht eine tiefere Wahrheit erkannt und fühlst dich gut, damit zu leben. Oder du glaubst an gar nichts. Das entspricht deiner persönlichen Überzeugung, die jeder für sich selbst wählen darf und sollte.

Abgesehen von der Religion, sind deine zentralen Werte entscheidend. Und damit meine ich nicht die PS-Zahl deines Autos, sondern deine absoluten Kernwerte. Ich bin mir sicher, du hast schon Erfahrungen gemacht, an denen du gemerkt hast, dass dir manche Sachen wichtig sind, andere hingegen eher nebensächlich, obwohl du vorher geglaubt hast, dass sie für dich Bedeutung hätten.

Achte auf solche Schlüsselmomente, denn sie offenbaren dir dein wirkliches Wesen. Solltest du sehr hin und hergerissen sein über deine wirklichen Werte oder möchtest einfach mehr Klarheit darüber, empfehle ich dir folgende radikale Übung:

Im Folgenden werde ich dich durch ein Gedankenexperiment leiten. Lese es am besten zuerst vollständig durch und probiere es dann selbst aus.

Ich möchte nun, dass du dir den letzten Moment vorstellst, den du in diesem Körper erleben wirst. Ganz egal ob du glaubst, dass danach noch etwas kommt oder nicht. Stelle dir den letzten Moment in dieser Dimension vor: Stelle dir vor, du liegst auf dem Sterbebett. Versetze dich ganz genau in dein sterbendes Ich. Fühle deinen schweren, alten Körper, der müde ist vom Leben. Dein Atem geht langsam und schwer und du weißt, gleich wird deine Zeit hier vorbei sein. Dein Herz wird aufhören zu schlagen, die Zellen in deinem Körper werden aufhören zu atmen und dein Körper wird sich auflösen. Dein Geist vielleicht auch. Wer weiß das schon genau. Vielleicht ist man danach einfach weg. So als ob man für immer schlafen würde. Eine komische bis beängstigende Vorstellung. Du erkennst wie vergänglich alles ist und blickst noch einmal auf dein Leben zurück, bevor sich diese Erinnerungen auch auflösen werden. Welche Zeitpunkte und Situationen sind es, die dich in diesem Zustand zufrieden lächeln lassen? Schreibe deine Eindrücke am besten auf. Egal wie. Hauptsache du verleihst ihnen Form.

Diese Visualisierung hat es wirklich in sich. Denn die Tatsache das wir sterben, ist unumgänglich. Nicht umsonst sagt man: „Das ist so sicher, wie der Tod!“, wenn man zu 100% von etwas überzeugt ist. Dennoch ist der Tod kein Feind. Er ist es erst, der unserer Lebenszeit Wert verleiht und uns daran erinnert, nach unseren Kernwerten zu leben. Deshalb meditiere mit dieser Übung über deine eigene Sterblichkeit. So wirst du den Dingen auf die Spur kommen, die dir am Wichtigsten sind.

Aber nicht nur unser menschliches Leben ist der Geburt und dem Tod unterworfen. Alles um uns herum ist ein ständiges Spiel aus Werden und Vergehen. Das spiegelt sich uns in der Explosion von Sternen, dem Blühen und Verwelken von Blumen, auch in Ideologien und Nationen, die aufsteigen und verschwinden und schließlich auch im Universum, das mit dem Urknall begann und eventuell wieder in sich zusammenfällt. So sicher weiß man das ja nicht. Das alles wirkt für uns in gewisser Weise unbegreiflich. Und das lässt Platz für Spiritualität und Religionen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Essenz all dieser Formen nicht diesem Leben und Tod unterworfen ist. Ich bin der Meinung, dass der Ursprung allen Lebens keine Gegensätze hat und das Zeit und Raum letztendlich eine Illusion sind. Einstein hat uns das mit seiner Relativitätstheorie, die besagt, dass Zeit und Raum relativ sind, sogar schon physikalisch vor Augen geführt.
Ich glaube, es gibt eine Intelligenz (andere nennen es Gott) aus der alles entsteht, aber die wir nicht begreifen können, weil sie unendlich viel größer ist als unser eigener Verstand. Man muss sich dazu nur einmal ansehen, wie raffiniert unser Körper ist – bis ins kleinste Detail perfekt abgestimmt. Und wie wenig wir noch von ihm verstehen. Allein das lässt uns die Dimension der Intelligenz erahnen, die hier am Werk gewesen sein muss.

Es kann sein, dass du etwas völlig anderes glaubst und das alles durch den Zufall und die Evolutionstheorie erklären möchtest oder meinen Gedanken noch ein paar hinzugefügt hast. Das ist die Freiheit, die jeder einzelne hat. Und ich werde dir nicht widersprechen, denn wir wissen einfach nichts sicher in dieser Hinsicht. Was aber offensichtlich und nicht zu verleugnen ist, ist die Vergänglichkeit der ganzen Formen, die uns umgeben. Sie begleitet uns auf Schritt und Tritt und wird trotzdem von vielen ignoriert aus Angst vor Verlust und dem eigenen Tod.

Damit entgeht ihnen jedoch die Chance sich wirklich selbst kennenzulernen. Andere Dinge werden dadurch nicht mehr so wichtig, da sie langfristig keine Bedeutung mehr haben. Damit wirst du gelassener und dein Leben bekommt eine Richtung. Du hast eine gewisse Leichtigkeit im Leben erlangt. Eine stoische Ruhe, aus der du das verfolgst, was für dich wirklich Bedeutung hat. Um deinen Sinn im Leben zu erkennen, frage dich also vor dem Hintergrund, dass alles, was du hier siehst, hörst und denkst, wieder verschwinden wird: „Was ist mir von Herzen wichtig?“ Das ist dein persönlicher Sinn des Lebens.

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