Nervös bei anderen Menschen

Den meisten geht es so, aber keiner will es zugeben: Sie sind nervös. Nervös wenn es darum geht mit fremden Leuten zu reden. Oder einfach nur von Ihnen beobachtet zu werden. Es macht uns nervös, weil wir Angst haben. Angst abgelehnt zu werden. Angst verstoßen zu werden.

Normalerweise ist es so: Am Anfang ist alles noch sehr angespannt, wenn man mit einer fremden Person redet. Nach und nach wird es leichter. Nach ein paar Gesprächen kann man die Person oberflächlich einschätzen. Die Gewohnheit lässt uns gelassener werden, wodurch wir der Person immer näher kommen. Es ist ein stückweises annähern beiderseits. Dies passiert nicht nur bei romantischen Beziehungen, es passiert auch bei Freundschaften oder bei allen anderen Arten von Beziehungen. Also ein ganz normaler und nützlicher Mechanismus. Man lässt stückweise die Maske fallen und schenkt der anderen Person mehr Vertrauen. Man muss sich nur einmal vorstellen, man würde jedem Fremden gleich seine engsten Geheimnisse erzählen. Das würde nicht nur komisch wirken, sondern man würde sich eventuell verletzbar machen, wenn es sensible Themen sind, über die man redet.

Es macht natürlich immer Sinn, an sensiblen Themen zu arbeiten und sie Freunden und engen Vertrauten zu erzählen. Die soziale Unterstützung ist essentiell in unserem Leben.

Um sich selbst zu schützen, kann man bei Fremden aber ruhig diskret bleiben. Die Nervosität erinnert uns nur daran, dass das vielleicht die bessere Wahl ist, als alles preis zu geben.

Grundsätzlich ist an Nervosität also nichts Falsches und es ist stinknormal. Jetzt kannst du schon einmal tief durchatmen. Du bist nicht verrückt, wenn du nervös bist und es macht dich auch nicht zu einem schlechteren Menschen. Du bist nervös, weil du denkst, andere könnten dir schaden, wenn du deine wahre Seite zeigst. Das ist komplett normal und ein Schutzmechanismus deines Selbstwertes.

Trotzdem hören und sehen wir überall starke, selbstbewusste und coole Männer. In der Werbung, in tausend Hollywood-Streifen und auch im sozialen Umgang auf Partys und im Arbeitsleben werden uns diese „idealen Typen“ als besonders erfolgreich vorgelebt. Folglich streben die meisten Männer danach, denn jeder Mann will erfolgreich sein. So wie du. Und wenn dir etwas an dir auffällt, was nicht in dieses Idealbild passt, fühlst du dich schlecht, stimmt‘s? Aber warum fühlst du dich schlecht?

Die Sache ist die: Es gibt tatsächlich Männer, die gehen auf jede Person dieser Welt locker zu und lieben es, im Mittelpunkt zu stehen. Diese Männer sind sehr extravertiert und außerdem von Natur aus emotional stabil. Vielleicht kennst du auch einen oder mehrere dieser Art. Sie können selbst eine fremde Gruppe ohne Aufwand unterhalten und wirken dabei locker und gelöst. Von Frauen werden sie begehrt, da sie Souveränität und Sicherheit ausstrahlen und außerdem noch Spaß vermitteln.

Es gibt aber auch Männer, die sind extrem nervös, bis hin zu sozialer Angst, wenn es darum geht fremde Personen anzusprechen. Sie sind so mit sich selbst beschäftigt und über ihr Image besorgt, dass sie schon von der Vorstellung, mit einer fremden Person – ganz zu schweigen von einer hübschen Frau –  zu reden, eine Panikattacke bekommen. Diese Männer sind oft allein, neigen zu Depressivität und von Frauen können sie nur träumen.

Das sind beides Extreme derselben Skala. Die meisten Männer befinden sich irgendwo dazwischen, aber jeder will zu dem Extrem des obercoolen Typen hin, der immer grundentspannt ist und ein Lächeln auf den Lippen hat.

Und die meisten begehen dabei einen entscheidenden Fehler, der sie immer näher zu dem anderen Extrem des ängstlichen Typen bringt. Bist du bereit? Denn jetzt kommt etwas sehr Wichtiges für deine Entwickung, das mich Jahre gekostet hat um es heraus zu finden und mich an den Rand der Verzweiflung getrieben hat. Der Fehler ist:

Zu viel Nachdenken.

Im Ernst. Wie viele Männer vergleichen sich mit dem lässigen Dude von oben und fühlen sich dabei elend, weil sie sich all die schlechten Konsequenzen ausmalen, die mit ihrer Unterlegenheit gegenüber diesem Typus einhergehen? – Keine Frauen, kein Erfolg im Beruf, keiner liebt mich, keine Freunde blablabla. Zu viel Brainfuck auf einmal. Irgendeine doofe Stimme will dir die ganze Zeit einreden wie schlecht du bist, und glaube mir es ist weder eine gute Idee ihr zu glauben, noch ihr zu folgen. Der richtige Weg führt genau in die andere Richtung.

Du lässt die Gedanken einfach vorbeirauschen, wie einen Güterzug. Aber versuche nicht den Güterzug aufzuhalten. Er wird dich mitreißen. Spüre anstelle dessen in deinen Körper und schau dich in der Gegend um. Bring deine Aufmerksamkeit immer wieder in die Gegenwart zurück. Das wird dich von deinen Gedanken wegbringen, die um dich selbst kreisen. Denn genau die sind der Grund für deine Nervosität.

Natürlich haben die Gedanken einen Ursprung. Wärst du wirklich zufrieden mit dir, würden diese Selbstzweifler – wie ich sie liebevoll nenne – dich nicht den ganzen Tag daran erinnern, dass du nicht gut genug bist, um glücklich zu sein. Und natürlich macht es Sinn die Wurzel der Gedanken anzupacken. Die finden sich wie so oft im Selbstbild und in deinem Selbstwert. Und der sieht bei vielen Männern nicht gut aus. Es ist der wichtigste Baustein im Leben eines Mannes. Das absolute Fundament. Nicht umsonst lege ich hier den Hauptfokus auf deinen Selbstwert. Das Gefühl „mit sich im Reinen zu sein“, nichts an sich auszusetzen zu haben, sondern die Zeit mit sich zu genießen, ist das unmittelbare Resultat eines gesunden Selbstwertes. Weil dieser so enorm wichtig ist, wirst du auf meinem Blog noch öfters auf ihn stoßen und wir werden einige Geheimnisse lüften, um deinen Selbstwert zu verstehen und Wege finden, wie er Stück für Stück wächst, bis du schließlich aus tiefstem Herzen weißt, dass du gut bist. Wenn es so weit ist, wirst du mit viel mehr Selbstvertrauen deine Herausforderungen angehen. Schließlich hast du im Kern ja nichts mehr zu verlieren. Andere werden diese Sicherheit spüren und sich zu dir hingezogen fühlen. Nicht zuletzt wirst du an deinem Erfolg mit Frauen merken, wie es um deinen Selbstwert bestellt ist. Versuche nicht über einen anderen Weg mehr Erfolg beim schönen Geschlecht zu haben. Ich habe es selbst jahrelang versucht, mit guter Kleidung, Fitness, selbstbewusstem Auftreten, erzwungenem Humor etc. Aber all das ist Fassade und Frauen durchschauen es im Bruchteil einer Sekunde, wenn dein Fundament nicht stimmt. Dein Fundament ist der Selbstwert. Wenn dieses Fundament richtig gelegt ist, entfaltet sich deine männliche Kraft mehr oder weniger von allein. Davor ist es wichtig, dass du dem Fundament die größte Aufmerksamkeit schenkst. Wie das geht, erfährst du hier.

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